STAATSKAPELLE BERLIN

Die Staatskapelle Berlin gehört mit ihrer seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Tradition zu den ältesten Orchestern der Welt. Von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg als Hofkapelle gegründet, wird sie in einer Kapellordnung von 1570 erstmals urkundlich erwähnt. Zunächst als kurbrandenburgische Hofkapelle ausschließlich dem musikalischen Dienst bei Hof verpflichtet, erhielt das Ensemble mit der Gründung der Königlichen Hofoper 1742 durch Friedrich den Großen einen erweiterten Wirkungskreis. Seit dieser Zeit ist sie dem Opernhaus Unter den Linden fest verbunden.
Bedeutende Musikerpersönlichkeiten leiteten den Opernbetrieb sowie die seit 1842 regulär stattfindenden Konzertreihen des Orchesters: Durch Dirigenten wie Gaspare Spontini, Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Felix von Weingartner, Richard Strauss, Erich Kleiber, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Franz Konwitschny und Otmar Suitner erhielt die instrumentale und interpretatorische Kultur der Hof- bzw. Staatskapelle Berlin entscheidende Impulse.
Die Werke Richard Wagners, der die »Königlich Preußische Hofkapelle« 1844 bei der Erstaufführung seines »Fliegenden Holländers« und 1876 bei der Vorbereitung der Berliner Premiere von »Tristan und Isolde« selbst leitete, bilden seit dieser Zeit eine der Säulen des Repertoires der Lindenoper und ihres Orchesters.
Seit 1992 steht Daniel Barenboim als Generalmusikdirektor an der Spitze des traditionsreichen Klangkörpers. Im Jahre 2000 wurde er vom Orchester zum Dirigenten auf Lebenszeit gewählt. Mit ihren jährlich acht Abonnementkonzerten in der Philharmonie und seit Herbst 2017 auch wieder in der Staatsoper Unter den Linden, flankiert durch eine Reihe von weiteren Sinfoniekonzerten, u. a. zu den österlichen FESTTAGEN in der Philharmonie sowie im neuen Pierre Boulez Saal, nimmt die Staatskapelle einen zentralen Platz im Berliner Musikleben ein.
Bei zahlreichen Gastspielen, welche die Staatskapelle in die bedeutendsten europäischen Musikzentren, in den Nahen und Fernen Osten sowie nach Nord- und Südamerika führten, hat sich die internationale Spitzenstellung des Orchesters wiederholt bewiesen. Die Darbietung sämtlicher Sinfonien und Klavierkonzerte von Beethoven u. a. in Wien, Paris, London, New York und Tokio sowie die Zyklen der Sinfonien von Schumann und Brahms sowie die dreimalige Aufführung von Wagners »Ring des Nibelungen« in Japan 2002 gehören hierbei ebenso zu den herausragenden Ereignissen wie die Präsentation eines zehnteiligen Zyklus mit den Sinfonien und Orchesterliedern Gustav Mahlers in New York und Wien sowie zyklisch angelegte Konzerte mit den Bruckner-Sinfonien Nr. 1 bis 9 in Tokio (Suntory Hall), New York (Carnegie Hall), Wien (Musikverein) und Paris (Philharmonie). Zu den Gastspiel-Höhepunkten der vergangenen Jahre zählen darüber hinaus Auftritte bei den Londoner Proms (u. a. mit einer konzertanten Darbietung von Wagners »Ring« 2013 in der Royal Albert Hall) sowie Konzerte in Abu Dhabi, Doha, St. Petersburg, Yerevan, Madrid, Barcelona, Mailand, Bukarest, Prag, Luzern und Helsinki. Zudem gastierten das Orchester und Daniel Barenboim in der neuen Hamburger Elbphilharmonie sowie im neuen Konzertsaal des Dresdner Kulturpalasts.
Die Staatskapelle Berlin wurde 2000, 2004, 2005, 2006 und 2008 von der Zeitschrift »Opernwelt« zum »Orchester des Jahres« gewählt, 2003 erhielt sie den Wilhelm-Furtwängler-Preis. Eine ständig wachsende Zahl von Schallplatten- und CD-Aufnahmen, sowohl im Opern- als auch im sinfonischen Repertoire, dokumentiert die Arbeit des Orchesters. Dabei wurde die Einspielung sämtlicher Beethoven-Sinfonien 2002 mit dem Grand Prix du Disque ausgezeichnet, während die Produktion von Wagners »Tannhäuser« 2003 mit einem Grammy und die Live-Aufnahme von Mahlers 9. Sinfonie 2007 mit einem Echo-Preis bedacht wurden. Zudem erschien eine DVD-Produktion der fünf Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens mit Daniel Barenboim als Solist und Dirigent. In jüngster Zeit wurden Einspielungen mehrerer Bruckner-Sinfonien (auf CD und DVD), den Klavierkonzerten von Chopin, Liszt und Brahms (mit Daniel Barenboim als Solist unter der Leitung von Andris Nelsons, Pierre Boulez sowie Gustavo Dudamel), den Konzerten für Violoncello von Elgar und Carter (mit Alisa Weilerstein), von Elgars 1. und 2. Sinfonie sowie dessen »Dream of Gerontius«, von Strauss’ »Ein Heldenleben« und den »Vier letzten Liedern« (mit Anna Netrebko) sowie den Violinkonzerten von Tschaikowsky und Sibelius (mit Lisa Batiashvili) veröffentlicht, jeweils mit Daniel Barenboim als Dirigent. Bei dem von Daniel Barenboim initiierten digitalen Label »Peral Music« sowie bei der Deutschen Grammophon ist zudem eine Gesamtaufnahme der neun Sinfonien von Anton Bruckner erschienen.
In der 1997 gegründeten Orchesterakademie erhalten junge Instrumentalisten Gelegenheit, Berufserfahrungen in Oper und Konzert zu sammeln; Mitglieder der Staatskapelle sind hierbei als Mentoren aktiv. Darüber hinaus engagieren sich viele Musiker ehrenamtlich im 2005 auf Initiative von Daniel Barenboim gegründeten Musikkindergarten Berlin. Im Rahmen der von den Musikerinnen und Musikern der Staatskapelle 2010 ins Leben gerufenen Stiftung NaturTon e.V. fanden bereits mehrere Konzerte mit namhaften Künstlern statt, deren Erlös internationalen Umweltprojekten zugute kam.
Neben ihrer Mitwirkung bei Opernaufführungen und in den großen Sinfoniekonzerten widmen sich zahlreiche Instrumentalisten auch der Arbeit in Kammermusikformationen sowie im Ensemble »Preußens Hofmusik«, das sich in seinen Projekten vor allem der Berliner Musiktradition des 18. Jahrhunderts zuwendet. In mehreren Konzertreihen ist diese facettenreiche musikalische Tätigkeit an verschiedenen Spielstätten der Stadt zu erleben, ab der Saison 2017/18 vorrangig im Apollo-Saal der Staatsoper Unter den Linden. Einmal im Jahr laden die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim zu einem Open-air-Konzert auf den Berliner Bebelplatz ein, das unter dem Titel »Staatsoper für alle« regelmäßig Zehntausende von Besuchern erreicht.

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