»Mauerbau und Mauerfall – davor, dazwischen und danach: Die Staatskapelle Berlin von 1955 bis zur Gegenwart«

Symposion vom 7. bis 9. Februar 2020 in Berlin
Genau 450 Jahre ist es her, dass die Kurbrandenburgische Hofkapelle, in deren direkter Kontinuität die Staatskapelle Berlin steht, erstmals erwähnt wurde – die Kapellordnung von 1570 kann gleichsam als die »Geburtsurkunde « des heutigen großen Opern- und Sinfonieorchesters gelten. Seit 2015 ist die bewegte Geschichte dieses einzigartigen Ensembles mit seinen Traditionen und wiederholten Umbrüchen beleuchtet worden. Mit dem fünften Symposion wird nun der Schlussstein gesetzt: Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, vom Wiedereinzug in das Stammhaus Unter den Linden 1955 über den Aderlass im Zuge der Errichtung der Berliner Mauer, die Jahre des Neuaufbaus und der Konsolidierung während der DDR, die Zeit des Mauerfalls und der politischen Wende sowie die erneute Umbruch- und Aufbauphase bis in das neue Jahrtausend hinein werden zum Thema. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen stellen ihre Forschungen vor und tauschen sich mit allen Interessierten aus.

Veranstaltungsorte
7. Februar 2020 Schloss Charlottenburg
8. - 9. Februar 2020 Staatsoper Unter den Linden, Apollosaal
Eintritt frei

Call for Papers
Im Jahr 2020 wird die Staatskapelle Berlin ein besonderes Jubiläum begehen: Vor dann genau 450 Jahren wurde die Kurbrandenburgische Hofkapelle, in deren geschichtlicher Kontinuität das heutige große Opern- und Sinfonieorchester steht, erstmals erwähnt. Seit 2015 ist die Historie des Ensembles in mehreren Etappen im Rahmen einer interdisziplinären Symposionsreihe beleuchtet und diskutiert worden. Die Staatsoper Unter den Linden veranstaltet nun – erneut in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten – bereits zum fünften Mal eine Tagung, in der die Geschichte der Staatskapelle Berlin thematisiert wird, dieses Mal bezogen auf den Zeitabschnitt von 1955 bis zur Gegenwart.

Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, vom Wiedereinzug in das rekonstruierte Opernhaus Unter den Linden über den Aderlass im Zuge der Errichtung der Berliner Mauer, die Jahre des Neuaufbaus und der Konsolidierung, die Zeit des Mauerfalls und der politischen Wende sowie die erneute Umbruch- und Aufbauphase bis in das neue Jahrtausend hinein sollen hierbei im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionsrunden stehen. Neben dem Einbezug von Zeitzeugen, die vornehmlich in Roundtable-Gesprächen zu Wort kommen sollen, bitten wir um Vorschläge für Referate, die sich den zeitgeschichtlichen, gesellschaftlichen und kulturpolitischen Kontexten ebenso widmen wie dem Wirken herausragender Künstlerpersönlichkeiten. Fokussiert werden sollen die Betrachtungen auf die Staatskapelle Berlin selbst, auf ihre Strukturen und Aufgaben wie auf ihre Aktivitäten und deren Resonanz. Den »Ort« der Staatskapelle Berlin im Spannungsfeld von Erwartungen politischer Art und Ansprüchen künstlerischer Natur zu bestimmen, wird dabei eine wesentliche Herausforderung sein. Die sich im Laufe der Jahrzehnte wandelnden Rahmenbedingungen bieten die Folie für die Entwicklung des Orchesters, das seine internationale Strahlkraft und musikalische Kompetenz auch während der Zeit der deutschen Teilung und der damit einhergehenden Abschottung behielt. Eine umfassende Behandlung dieser Leistungen in den 1960er bis 1980er Jahren ist ebenso relevant wie die Bestandsaufnahme und Bewertung des Um- und Aufbruchs der 1990er Jahre, die wesentlich mit der Berufung und dem Wirken von GMD Daniel Barenboim verbunden sind – dem Beginn einer Phase in der Geschichte der Staatskapelle Berlin, die bis heute andauert.

Mögliche Themen:

  • Die ersten Spielzeiten im Haus Unter den Linden: Repertoirepolitik und öffentliche Wirksamkeit
  • Franz Konwitschny als Opern- und Konzertdirigent
  • Der Mauerbau 1961: Auswirkungen auf das Orchester und den Spielbetrieb
  • Otmar Suitner: Ein Österreicher an der Spitze der Berliner Staatsoper und Staatskapelle
  • Gastspielreisen der Staatskapelle Berlin von den 1950er bis 1980er Jahren
  • Diskographische Aktivitäten in Oper und Sinfonik
  • Der Mauerfall 1989: Neuorientierung in einem neuen Land
  • Die ersten Jahre mit Daniel Barenboim als GMD und künstlerischem Leiter
  • Neue Internationalität: Von Berlin in die Welt und zurück
  • Die Staatskapelle Berlin heute: innere Struktur und äußere Aktivitäten

Wir bitten um Abstracts (max. 2.000 Zeichen) für einen 30-minütigen Beitrag im oben skizzierten thematischen Rahmen des Symposiums und die Angabe der benötigten technischen Voraussetzungen für den Vortrag sowie eine Kurzvita (max. 500 Zeichen) inklusive Kontaktdaten bis 15. Juni 2019 per E-Mail an Dr. Detlef Giese (d.giese@staatsoper-berlin.de), Leitender Dramaturg an der Staatsoper Unter den Linden. Nachwuchswissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler fordern wir nachdrücklich zu einer Bewerbung auf. Die ausgewählten Referentinnen und Referenten werden bis zum 30. September 2019 benachrichtigt, im Anschluss daran wird das Konferenzprogramm an dieser Stelle veröffentlicht.

Call for Papers zum Download