Orchester

Mit einer Tradition von mehr als 450 Jahren zählt die Staatskapelle Berlin zu den ältesten Orchestern der Welt. Als Hofkapelle von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg 1570 ins Leben gerufen, fand das Ensemble mit dem durch Friedrich II. von Preußen initiierten Bau der Königlichen Hofoper Unter den Linden 1742 seine künstlerische Heimat – seither ist es dem Opernhaus im Herzen Berlins fest verbunden. Bedeutende Persönlichkeiten leiteten den Opernbetrieb sowie die seit 1842 regulär stattfindenden Konzertreihen: Dirigenten wie Gaspare Spontini, Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Felix von Weingartner, Richard Strauss, Erich Kleiber, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Franz Konwitschny und Otmar Suitner prägten die Spiel- und Klangkultur der Staatskapelle Berlin.

Für mehr als 30 Jahre, von 1992 bis 2023, stand Daniel Barenboim als Generalmusikdirektor an der Spitze des Orchesters. Zahlreiche Gastspiele in Europa, Israel, Fernost und Australien sowie in Nord- und Südamerika haben während dieser Zeit die herausragende Stellung der Staatskapelle Berlin unter Beweis gestellt. Die Darbietung sämtlicher Symphonien und Klavierkonzerte von Beethoven in Wien, Paris, London, New York und Tokio sowie die Aufführung aller großen Bühnenwerke Wagners anlässlich der Staatsopern-Festtage 2002 gehörten dabei zu den herausragenden Ereignissen, ebenso Aufführungen von Wagners Ring-Tetralogie in Japan und bei den Londoner Proms. Zudem war die Staatskapelle Berlin mit großen symphonischen Zyklen (u. a. Schumann, Brahms, Bruckner und Mahler) in den Musikzentren weltweit präsent, desgleichen mit Werken der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Musik. Für seine künstlerischen Verdienste wurde Daniel Barenboim 2024 mit dem Titel eines Ehrenchefdirigenten ausgezeichnet, zu Ehrendirigenten ernannte die Staatskapelle Berlin während der vergangenen Jahrzehnte Otmar Suitner, Pierre Boulez, Zubin Mehta und jüngst Simon Rattle.

Zahlreiche CD- und DVD-Veröffentlichungen dokumentieren die hohe künstlerische Qualität der Staatskapelle Berlin. Darunter befinden sich aus der Zeit ab 1990 Gesamteinspielungen der Symphonien von Beethoven, Bruckner, Brahms und Schumann, Aufnahmen der Klavierkonzerte von Beethoven, Chopin, Liszt und Brahms sowie zentraler Werke von Strauss, Tschaikowsky, Dvořák, Elgar und Debussy. Studioproduktionen von Wagners Der fliegende Holländer, Tannhäuser und Lohengrin, Beethovens Fidelio und Strauss’ Elektra, jeweils unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim, wurden ebenso realisiert wie Aufzeichnungen szenischer Produktionen von Wagners Tannhäuser, Parsifal und Tristan, Verdis Il trovatore und Falstaff, Bergs Lulu, Rimsky-Korsakows Die Zarenbraut, Schumanns Szenen aus Goethes Faust, Prokofjews Der Spieler und Tschaikowskys Der Nussknacker (alle unter Daniel Barenboim), Mozarts Le nozze di Figaro (unter Gustavo Dudamel), Strauss’ Der Rosenkavalier (unter Zubin Mehta), Janáčeks Jenůfa (unter Simon Rattle) sowie Wagners Ring (unter Christian Thielemann). Anlässlich des 450-jährigen Bestehens der Staatskapelle Berlin erschien 2020 eine CD-Edition, zudem wurde dieses Jubiläum durch eine Buchpublikation und eine Ausstellung begleitet.  

Die Verbindung der Staatskapelle Berlin mit Christian Thielemann begann 2022, mit einem Symphoniekonzert sowie einer Neuproduktion von Wagners Ring, jeweils in kurzfristiger Übernahme des Dirigats. Nach einer erfolgreichen Asien-Tournee mit Symphonien von Brahms und Bruckner wurde Christian Thielemann 2023 zum Generalmusikdirektor berufen; mit Beginn der Saison 2024/25 hat er sein Amt angetreten. In seinen ersten beiden Spielzeiten hat er zahlreiche Opern- und Konzertaufführungen dirigiert, u. a. von Straussʼ Die schweigsame Frau (2025 mit einem Oper!Award ausgezeichnet) und Der Rosenkavalier, Bergs Wozzeck und erneut Wagners Ring, dazu Orchesterwerke und -lieder von Beethoven, Mendelssohn, Liszt, Bruckner und Strauss, Brahmsʼ Ein deutsches Requiem sowie Programme mit Operetten-, Film- und Rundfunkmusik. Nach Gastspielen in Hamburg, München und Wien 2025/26 sind die Staatskapelle Berlin und Christian Thielemann in der Saison 2026/27 bei einem Operngastspiel in Shanghai mit Straussʼ Der Rosenkavalier sowie mit Konzerten in China, Japan und Taiwan zu erleben, ebenso in Frankfurt am Main, Dresden sowie im Wiener Musikverein. In den Berliner Symphoniekonzerten der Staatskapelle erklingen Werke von u. a. Mendelssohn, Liszt und Strauss, dazu im Rahmen der Festtage 2027 Beethovens 9. Symphonie zum Beethoven-Jahr. Im Opernhaus Unter den Linden wird Christian Thielemann an der Spitze der Staatskapelle Berlin eine Premiere von Humperdincks Königskindern sowie Aufführungen von Wagners Tristan und Isolde und Tannhäuser dirigieren.  

Stand: September 2026