Elisaveta Blumina

»ECHO Klassik«-Preisträgerin Elisaveta Blumina zählt zu den herausragenden Musikerinnen der jüngeren Generation, die unbeirrt von irgendeinem »Star-Kult« ihren eigenen Weg gehen wollen. Der musikalische Werdegang der deutschen Pianistin Blumina begann aber eigentlich parallel zu ihrer Leidenschaft für das Ballett. Sie wurde schon als Kind in die berühmte Vaganov-Ballettschule aufgenommen und war fest entschlossen, Ballerina zu werden. Auf ärztlichen Rat, nämlich nach Röntgen-Untersuchungen, die prognostizieren ließen, wie groß sie einmal werden würde, wurde ihr geraten, doch zurück an die Spezialmusikschule zu gehen.
Im Alter von 12 Jahren wurde sie an der Kunstschule des Museums »Eremitage« angenommen und studierte dort fünf Jahre lang Kunstgeschichte. Seit ihrer Kindheit assoziiert Elisaveta Blumina Töne und Klänge mit Farben. Beim Musizieren hat sie daher immer auch Farben vor Augen, und klangliche Harmonien oder Dissonanzen korrespondieren für sie mit bestimmten Farbkombinationen. Als Elisaveta Blumina vor einigen Jahren mit dem Malen begann, war dies für sie zunächst eine andere Form des Musizierens, die es ihr erlaubte, frei (weil ungebunden von den Zwängen des Konzertlebens) ihre Fantasien auszudrücken.
Elisaveta studierte Klavier und Kammermusik am Rimski-Korsakow-Konservatorium St. Petersburg und setzte ihre Studien an der Hamburger Musikhochschule sowie am Konservatorium in Bern fort. Zu ihren Lehrern zählen internationale Musikgrößen wie Evgeni Koroljov, Sir András Schiff, Boris Pergamenschikow, Radu Lupu und Bruno Canino. Regelmäßig besuchte sie Meisterkurse von Menahem Pressler, der ihr Spiel sehr stark beeinflusste.
Elisaveta Blumina ist eine den besten Interpretinnen der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Hierfür zeugen u. a. die international viel beachteten Aufnahmen der Werke von Komponisten wie Nikolaj Kapustin, Fazil Say, Sergej Prokofjew, Dmitri Schostakowitch, Sofia Gubaidulina, Galina Ustwolskaja, Eric Sweeney, Giya Kancheli, Valentin Silvestrov, Grigori Frid oder dem polnisch-jüdischen Komponisten Mieczysław Weinberg, für dessen Wiederentdeckung sich Elisaveta Blumina unermüdlich einsetzt. Bei den Labels cpo und Capriccio entsteht zur Zeit eine Serie von CDs mit allen Klavier- und auch einigen Kammermusikwerken Weinbergs. Ihre mittlerweile 29 CDs festigen ihren Ruf als außergewöhnliche Interpretin.
2008 gründete Elisaveta Blumina gemeinsam mit Kalev Kuljus (Solo-Oboist des NDR Sinfonieorchesters Hamburg) und Mathias Baier (Solo-Fagottist der Staatskapelle Berlin) das »Ensemble Blumina«. Die erste CD-Einspielung dieses Ensembles beim Label Dabringhaus & Grimm mit Trios von Poulenc, Françaix und Previn erntete sofort enthusiastische Kritiken in der Fachwelt und wurde 2014 mit einem der begehrtesten Klassik-Preise, dem ECHO, ausgezeichnet.
Elisaveta Blumina ist ein sehr gern gesehener Gast in der Carnegie Hall in New York, der Elbphilharmonie und der Hamburger Laeiszhalle, der Berliner Philharmonie, im Auditorio Nacional in Madrid, in der St. Petersburger Philharmonie, der Beethovenhalle Bonn, der National Concert Hall Dublin, im Gasteig in München, Konzerthaus Berlin, sowie bei Festivals wie Verbier, Colmar, Lockenhaus oder dem Schleswig-Holstein Musik Festival.
Sie spielt regelmäßig mit vielen bekannten Orchestern, darunter die Dresdner Philharmoniker, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, das St. Petersburg Philharmonic Orchestra, Malaysian Philharmonic Orchestra, Aalborg Symphony Orchestra, Stuttgarter Kammerorchester, die Sinfonia Varsovia, die Staatskapelle Halle, RTE Orchestra in Dublin sowie die Moskauer Virtuosen.
Zu ihren musikalischen Partnern zählen Kolja Blacher, Torleif Thedeen, Thomas Sanderling, Vladimir Spivakov, Radek Baborak, Pierre Amoyal, das Vogler Quartett, Wenzel Fuchs, Hans-Udo Heinzmann, Veronika Eberle, Johannes Moser, Noah Bendix-Balgley, Roman Trekel, Elsa Dreisig, Vassily Lobanov und Jury Temirkanov.
Die Arbeit mit dem Publikum und auch mit Nachwuchsmusikern ist Elisaveta Blumina ein besonderes Anliegen, sowohl als Dozentin als auch als Jurorin bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Diese Idee verfolgt Elisaveta Blumina konsequent auch bei einer ihrer Aufgaben: Im Jahr 2012 wurde sie vom »Hamburger Verein Musikförderung« gebeten, die künstlerische Leitung des Hamburger Kammermusikfestes und des Hamburger Opernsalons zu übernehmen. Inzwischen ist sie auch die künstlerische Leiterin des »Giluim«-Festivals in Schönebeck und kümmert sich dort um die Wiederentdeckung von noch unentdeckten »Juwelen der Kammermusik« vergessener oder unterschätzter jüdischer Komponisten.
Sie gibt regelmäßig Meisterkurse wie z. B. an der Kronberg Academy (auf Einladung von Gidon Kremer), Weikersheim Akademie, Tel Aviv University, Jerusalem Academy, am St. Petersburger Konservatorium, an der Royal Academy of Music, bei Cultural Cross Roads Cyprus, an der School of Music in Cork oder beim Tzfat Musikfestival in Israel.

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