Gastspiel

Rückblick Europa- tournee Staatskapelle Berlin & Daniel Barenboim

Vom 27. Oktober bis 15. November waren die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim auf Europatournee und mit sämtlichen Sinfonien von Schumann und Brahms in Athen, Genf, Madrid, Wien und Zürich zu Gast. Insgesamt zwölf ausverkaufte und von Publikum und Presse gefeierte Konzerte fanden während der Tournee statt. 

Die erste Station führte das Orchester und seinen Generalmusikdirektor erstmals gemeinsam nach Athen, mit vier Konzerten in der Megaron Concert Hall (27. bis 31. Oktober). Es war eine Rückkehr der Staatskapelle Berlin in die griechische Hauptstadt nach fast vier Jahrzehnten, zuletzt waren sie 1983 in Athen zu erleben. Auf dem Programm standen die Zyklen der Schumann und Brahms-Sinfonien, die an den vier Abenden korrespondierend gespielt wurden.

Impressionen Gastspiel Athen

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete über das erste Konzert: »Zum Auftakt ihrer ersten Konzerttournee seit Beginn der Pandemie sind die Staatskapelle Berlin und ihr Dirigent Daniel Barenboim am Mittwochabend in Athen frenetisch gefeiert worden. Sieben Minuten lang dauerte der Applaus. Zuschauer kommentierten nach dem Ende des Konzerts: 'So haben wir das Publikum seit langem nicht mehr gesehen.'«
Tanea, eine der größten Tageszeitungen, schrieb: »Diejenigen, die bei dieser musikalischen Großtat dabei waren, die an vier verschiedenen Abenden im Megaron von Daniel Barenboim, dem genialen Musiker unserer Zeit, aufgeführt wurde, werden das Erlebte nie vergessen.«
In der Athens Voice hieß es: »Wir haben so ziemlich das Beste gehört, was man heute auf der Welt hören kann, live, es war ein historisches Konzert, und wir, die wir dabei waren, waren ein Teil davon.«

Nach einem Konzert in der Victoria Hall in Genf (5. November) feierten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin nachträglich das 50-jährige Bestehen von Ibermúsica mit zwei Konzerten im Auditorio Nacional in Madrid (8. und 9. November). Die fünfte Station führte mit vier Konzerten (11. bis 14. November) in den Wiener Musikverein, sozusagen die »zweite Heimat« der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim: Alle großen sinfonischen Zyklen, die das Orchester und sein Generalmusikdirektor gemeinsam erarbeitet haben (Beethoven, Brahms, Mahler, Bruckner), sind dort bereits erklungen und fanden nun eine Fortsetzung mit den vier Sinfonien von Brahms und Schumann.

Impressionen Gastspiel Wien

»Müsste man die Reichhaltigkeit, die subtile Präzision, die elegante Pracht der Darbietung mit einem Wort beschreiben, würde dafür nur ein Adjektiv infrage kommen: unbeschreiblich. Kein Orchester agiert mehr wie ein homogenes Kollektiv als die Staatskapelle, und keines musiziert als Kollektiv differenzierter und emotional engagierter. Die Musiker spielen nie Töne, Melodien oder Harmonien – sie durchleben gemeinschaftlich Gefühle und Gefühlsveränderungen, en détail und en gros«, hieß es in Der Standard über die Konzerte in Wien.

Den Abschluss der dreiwöchigen Europatournee bildete das Konzert am Geburtstag von Daniel Barenboim (15. November) in der Tonhalle Zürich, die nach vier Jahren umfangreicher Renovierungsarbeiten erst Ende September 2021 feierlich wiedereröffnet wurde. Es erklangen Schuberts Sinfonie Nr. 8 (»Unvollendete«) und Beethovens Sinfonie Nr. 3 (»Eroica«). In der Tonhalle traten Daniel Barenboim und das Orchester erstmals gemeinsam auf.

Die Konzerte an der Mailänder Scala werden wie berichtet nachgeholt.