Don Carlo
Opera by Giuseppe Verdi
Director
Philipp Himmelmann
Costume Designer
Klaus Bruns
Der Grossinquisitor
Rafal Siwek
Elisabeth von Valois
Amanda Echalaz
Prinzessin Eboli
Nadia Krasteva
In Italian language with German surtitles
Bis zum Zerreißen steht die königliche Familie in Giuseppe Verdis »Don Carlo« unter Druck, liebt doch der Sohn die junge Frau, die sein verwitweter Vater aus politischen Gründen heiratet. In diesem »Familiengemälde in einem fürstlichen Hauße«, wie Schiller sein Drama bezeichnete, das dem Libretto als Vorlage diente, gibt es keine Handlungen, die Privatsache sind. Die Staatsräson, verkörpert in der Gestalt des Großinquisitors, ist der Imperativ, dem sich auch die Mitglieder des Herrscherhauses beugen müssen.
Indem Verdi sich der Gegensätze der eher intimen italienischen und der auf große Wirkung zielenden französischen Opernsprache bediente, verbindet sich auch musikalisch das Familiendrama mit dem Staatstheater, der Blick nach innen mit der Öffentlichkeit der Figuren. Philipp Himmelmann zeigt in seiner Inszenierung des »Don Carlo« Familie als klaustrophoben Kosmos. Der Tisch, an dem die Familienmitglieder zusammentreffen, wird zum Ort der Unausweichlichkeit, an dem sich die widersprechenden Emotionen verdichten, bis die Situation eskaliert. Johannes Leiacker schuf dazu einen Bühnenraum, der mit quasi-filmischen Blenden das jähe Aufeinanderprallen des Privaten mit dem Öffentlichen sinnfällig werden lässt.